Patrick Otto / Agnes Lipka / Jürgen Nendza

Tracklist

  1. Apfel und Amsel. Die Wimpern (5:18)
  2. Apfel und Amsel. Täglich (4:15)
  3. Apfel und Amsel. Trittschall (5:20)
  4. Apfel und Amsel. Ein Lächeln (5:23)
  5. Apfel und Amsel. Der Apfel (3:54)
  6. Apfel und Amsel. Blätter (4:44)
  7. Apfel und Amsel. Das eigene Atmen (3:27)
  8. Apfel und Amsel. Wir treffen uns (5:01)
  9. Am Morgen dein Dach (4:47)
  10. Na, und? (4:18)

produced by

Jürgen Nendza

Executive producer

Philipp van Endert & André Nendza

Musicians

Composition/Direction: Patrick Otto
Soprano: Agnes Lipka
Poetry: Jürgen Nendza

About the album (german)

Der Apfel und die Amsel, die der Dichter Jürgen Nendza in einem achtteiligen Zyklus zu filigran komponierten Existenz-Gedichten verknüpft, gehören zu den Ursprungsmythen der Literatur. In der biblischen Erzählung der Genesis firmiert der Apfel zum Beispiel als paradiesisches Motiv und als verbotene Frucht. Der Liebesapfel kann aber auch zum Zankapfel mutieren, die Sinnlichkeit der Frucht die Abweichung vom moralischen Gesetz einschließen. Auch der Amsel werden in Poesie und Mythos magische Kräfte zugeschrieben. Die Amsel fungiert dabei als Türöffner für einen anderen Zustand, für ein geistiges Kraftfeld, in dem das Subjekt die Erweiterung seines Bewusstseins erlebt. All diese mythischen Zeichen und zentralen Elemente eines erweiterten Bewusstseins fließen in Jürgen Nendzas Gedichtzyklus „Apfel und Amsel“ zusammen. Der Zyklus ist im Raum des Übergangs zwischen Schlafen und Erwachen angesiedelt, in einer fluiden Sphäre, da die Grenzen zwischen Traum und Realität noch nicht fixiert sind. Die acht Gedichte dieses Zyklus liefern eine eigene Schöpfungsgeschichte, die in ihrer poetischen Textur zwischen sinnlicher Konkretion und poetischer Abstraktion oszilliert. Dieses feine lyrische Wechselspiel zwischen Details der Naturgeschichte und poetischer Erinnerung wird zusätzlich aufgeladen durch Anspielungen auf Zeitgeschichtliches und Zitate aus großen Texten der Weltliteratur. Das fünfte Gedicht verweist zum Beispiel auf ein erschütterndes Gedicht der deutsch-jüdischen Lyrikerin Nelly Sachs, das vom Todesweg der europäischen Juden handelt, der „Flüchtlinge aus Rauch“: „Nur diese/ Finger liegen an der Eingangsschwelle strikt/ und wie ein Messer zwischen Leben stramm und/ Tod.“ Im siebten Gedicht des Zyklus bekräftigt Nendza eine Entgrenzungsphantasie des amerikanischen Dichters Wallace Stevens, aus dessen Gedicht „Dreizehn Arten eine Amsel zu betrachten“: „Ich wiederhole: Ein Mann/ und eine Frau und eine Amsel sind eins.“ Apfel und Amsel verbinden sich in Jürgen Nendzas kunstvoll gewebten Gedichten in faszinierender Weise und werden auf neue Art geheimnisvoll.

Musiker des Kammerorchesters Ensembles Sonopsie (Rennes): Christèle LALES, Violon Solo; Gert AHMEDI DIMA, Violon; Catherine LUCQUIN, Violon; Florica SANDU, Violon; Tristan AUVRAY, Violon alto; Erin MORSE, Violonalto; Benjamin GAURY, Violoncello; Cédrick ALEXANDRE, Contrebasse; Juliette LORAY, Soprano; Alice KHAYATI, Alt; Pierre-Yves LE TORTOREC, Ténor; Adrien BÂTY, Basse

Musiker aus Aachen und Düsseldorf: Christiane LORENZ (Düsseldorf), Flöte und Altflöte; Blanca GLEISNER (Sinfonieorchester Aachen), Oboe und Englischhorn; Philipp ZEHM (Sinfonieorchester Aachen), Klarinette; Jean HELLENBRAND (Sinfonieorchester Aachen), Fagott; Michael ROBERTS (Sinfonieorchester Aachen), Horn

Kammerchor Ars Vocalis (Reims) und Vokalensemble der Musikstudenten der Universität Reims: Véronique BOURIN; Dorine FAUVET; Florence HARDOUIN DUPARC; Emilie HAUERTS; Sarah HUBERT; Hélène MEYER; Marie-Christine RAGAUT; Séverine TINOT; Nathalie BAKKENHOVEN; Nathalie BROUX; Elisabeth BRULEZ; Christine CARON; Christiane GILBERT; Marie-France GREMONT; Rubina HAPINYAN; Françoise PETIT; Valérie VASSEUR; Marie-Claude VOISARD; Hélène LE ROY; Johanna BERTRAND; Justine BONELLO; Eva BRISSET; Anne-Hermine CORRION; Esther SIMONET; Perrine WOLFF; Benoît BOURIN; Jean-Pierre BRICOTTE; Philippe LAUNAY; Grégory MELDRAY; Félicien MONTICOLO; Jean-Noël COLLAR; Emmanuel DELETRAZ; Jacques LAILLET; Pierre PHILBERT; Anthony BRAUN; Antoine DEHOUX; Pierre DEHOUX; Yann DUMENY; Camille HYPACH; Jeffrey LEPAGE

Resonanzen:

„Es ist eine wunderbare, unaufgeregte neue Musik im besten Sinne, die einerseits auf den Sprachcharakter von Musik abhebt und andererseits von einer großen emotionalen Dichte ist. Ich habe so etwas aus der Feder eines zeitgenössischen Komponisten lange nicht mehr gehört.“
Prof. Hans-Joachim Wagner, Musikwissenschaftler

„Patrick Ottos Komposition ist in ihren Mitteln höchst variabel. Bei aller Würze der Dissonanzen bleibt eine Beziehung zu einem tonalen Zentrum erhalten. Die vor allem höchst anspruchsvollen vokalen Partien finden in den beiden Chören ausgezeichnete Interpreten, die den Anforderungen der Partitur in hohem Maße gerecht werden. Und die exzellente, auch in extremen Höhen glockenklar intonierende Sopranistin Agnes Lipka meistert ihre langgezogenen vokalen Linien mit großer Souveränität. Eine Musik von großer Inspiration!“
9.7.2018 Thomas Beaujean, Aachener Zeitung/ Aachener Nachrichten

„Das künstlerisch und organisatorisch aufwendige deutsch-französische Projekt hat sich gelohnt. Durch die einfühlsame Lyrik-Vertonung wurde ein ganz neues poetisches Werk geschaffen, mit vielen anregenden Überraschungen.“
9.7.2018 Scala, WDR 5

Release Date: 2018/11/23
Catalogue-No.: 7004JSA